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Juristisch prompten

  • Autorenbild: Taxy.io
    Taxy.io
  • 23. Sept. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 8. Dez. 2025

Wie strukturierte Eingaben zu besseren KI-Antworten führen



Gutes Prompting entscheidet, ob KI nur klug klingt - oder echte juristische Präzision liefert. Klare Anweisungen, relevanter Kontext sowie Anforderungen an Struktur und Quellen verwandeln KI in einen verlässlichen Assistenten. Wer diese Techniken beherrscht, hebt die Qualität seiner Arbeit spürbar auf ein neues Niveau.



In diesem Beitrag:




Stellen Sie sich vor: Ein Jurist fragt eine KI vage nach „Infos zum Datenschutz“. Die Antwort fällt oberflächlich aus - generisch, unpräzise, ohne echten Mehrwert. Beim zweiten Versuch formuliert er hingegen klar: „Stell dir vor, du bist Fachanwalt für IT-Recht. Analysiere bitte diese Vertragsklausel im Hinblick auf DSGVO-Risiken und verweise auf die relevanten Paragraphen.“ Dieses Mal erhält er eine fundierte Analyse mit klaren Quellenangaben. Der Unterschied ist frappierend - und er liegt nicht in der KI selbst, sondern im Prompt.


Künstliche Intelligenz ist in Kanzleien und Rechtsabteilungen längst angekommen. Viele Juristen nutzen KI-Lösungen bereits täglich, um Recherchen zu vereinfachen, Entwürfe zu erstellen oder komplexe Inhalte zu strukturieren. Doch ob die KI gute oder schlechte Ergebnisse liefert, hängt oft weniger von der KI als vielmehr von der Art der Anfrage ab. Prompting - die strukturierte Eingabe von Anweisungen - ist damit zu einer Schlüsselkompetenz geworden.


Warum strukturiertes Prompting für Juristen entscheidend ist


Juristische Arbeit lebt von Präzision. Genau diese Präzision entscheidet darüber, ob die KI als echter Assistent funktioniert oder nur oberflächliche Ausgaben produziert. Wer unklar fragt, erhält unklare Antworten. Wer dagegen sauber strukturiert, kann komplexe Rechtsfragen effizienter aufbereiten und gleichzeitig die inhaltliche Tiefe bewahren.


Warum Kommunikation entscheidend ist


Eine KI ist kein Gedankenleser. Sie funktioniert eher wie ein erfahrener Kollege: Je klarer und respektvoller die Kommunikation, desto besser das Ergebnis. Klare Sprache, definierte Rahmenbedingungen und transparente Erwartungen sorgen für präzisere Antworten - und für weniger Missverständnisse.


Gerade im juristischen Kontext bedeutet gutes Prompting, der KI einen strukturierten Arbeitsauftrag zu geben. Statt die KI diffus in eine Frage „hineinzuwerfen“, ist es sinnvoll, Kontext herzustellen, eine gewünschte Struktur vorzugeben und gezielt nach Quellen zu verlangen. So wird die KI vom einfachen Antwortgenerator zu einem wertvollen Assistenten, der Arbeitsschritte vorbereitet und erheblich Zeit spart.


Wie man praxisnah besser promptet


Tipp 1: Kontext definieren

Juristische Fragestellungen sind selten eindeutig. Ein klar formulierter Prompt führt daher zu relevanteren Ergebnissen.

„Stell dir vor, du bist Fachanwalt für IT-Recht. Bitte analysiere folgenden Vertragsausschnitt im Hinblick auf Datenschutzrisiken.“

So weiß die KI, aus welcher Perspektive und in welchem Rahmen sie argumentieren soll.


Tipp 2: Struktur einfordern

Wenn die KI gebeten wird, ihre Ausgabe strukturiert aufzubauen, erleichtert das die Weiterverarbeitung - etwa in Schriftsätzen, Memos oder Gesprächen.

„Bitte gib mir drei Pro- und drei Contra-Argumente zu dieser Klausel, gegliedert nach Relevanz.“

Damit entsteht eine klare und sofort nutzbare Arbeitsbasis.


Tipp 3: Quellen erfragen

Im juristischen Bereich ist Nachvollziehbarkeit unverzichtbar. Prompts wie

„Bitte nenne die relevanten Paragraphen”

oder

„Verweise auf die einschlägige Kommentarliteratur”

erhöhen die Verlässlichkeit.Besonders hilfreich ist eine KI, die direkt mit Fachliteratur arbeitet - wie Otto Schmidt Answers. Dort werden Quellen automatisch angegeben und lassen sich unmittelbar prüfen.


Anwendungsbeispiele - Wie gutes Prompting den Arbeitsalltag erleichtert


Durch strukturiertes Prompting lassen sich vielfältige Aufgaben effizient vorbereiten:


  • Vertragsanalyse: gezielte Risikoabfragen zu bestimmten Klauseln

  • Schriftsatzvorbereitung: Argumentationslinien, die anschließend fachlich geschärft werden

  • Steuerrechtliche Auswertungen: komplexe Normen im Mandatskontext strukturieren

  • Recherche: schneller Einstieg durch vorstrukturierte Fachinhalte


Allen Beispielen gemeinsam ist: Ohne klare Eingaben bleibt die KI oberflächlich. Mit strukturierten Prompts entfaltet sie ihre volle Stärke.


Wie man KI gezielt einsetzt - Vom Prompt zur Profi-KI


Prompting ist kein Selbstzweck, sondern das Fundament für sinnvolle KI-Nutzung. Wer die Grundlagen beherrscht, verwandelt KI von einem „nice to have“ in ein echtes Profi-Werkzeug: Die Recherche wird effizienter, komplexe Aufgaben lassen sich strukturieren und der Blick für wesentliche Punkte wird frei. So bleibt mehr Raum für das, was juristische Beratung ausmacht - strategisches Denken und persönliche Begleitung der Mandanten.


Wie Sie noch mehr Wissen in unserem Prompting Kurs erlangen


Wer tiefer einsteigen möchte, kann in unserem praxisnahen Prompting-Kurs lernen, wie sich durch die richtige Eingabe das Maximum aus KI-gestützten Systemen herausholen lässt - Schritt für Schritt, mit Beispielen aus dem juristischen Alltag.



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Über Taxy.io


Taxy.io wurde 2018 als Spin-Off der RWTH Aachen gegründet und entwickelt innovative Software, mit der Steuerberater und Angehörige rechtsberatender Berufe ihre Prozesse automatisieren können. Wir arbeiten mit einem 45-köpfigen Team aus talentierten und qualifizierten Experten daran, unseren Kunden innovative Anwendungen anzubieten, die ihnen durch den Steuer-Dschungel helfen.


Unser Ziel ist es, die führende Plattform für Automatisierungslösungen für die Steuer- und Rechtsberatung zu entwickeln und dadurch die vollautomatische, proaktive Steuer- und Rechtsberatung zu ermöglichen.


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